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Alt 29.06.2011, 07:31   Halten von Rüden und Hündinnen zusammen Beitrag #1 (permalink)
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 14.03.2011
Beiträge: 27
Standard Halten von Rüden und Hündinnen zusammen

Seit 6 Monaten lebe ich nun mit meinem neuen LG zusammen. Ich habe 2 Golden Retriever-Rüden (3 und 7 Jahre alt), unkastriert. Er hat 2 Neufundländer-Hündinnen (3 und 4 Jahre alt), nicht sterilisiert, eine davon mit Herzklappenfehler.
Nun sind wir in unserer ersten "gemeinsamen Läufigkeit". Der Garten wurde durch 2m hohen Zaun getrennt, das Haus durch eine Doppeltür.........aber es geht trotzdem nicht. Meine Jungs fressen kaum noch, jaulen 24 Std. und leiden sehr. Vor 3 Tagen haben wir sie vorübergehend in einer Pension untergebracht, damit sie zur Ruhe kommen können.
Es ist nun klar, wir müssen entweder die Jungs oder die Mädels kastrieren lassen.......aber wen?
Einer meiner Rüden hatte mal ein Hormonimplantat. Er wurde fett, träge, unlustig, so dass ich froh war, als die Wirkung endlich nachließ. Begeistert bin ich also von einer Kastration der Rüden nicht.
Bei den Mädels soll die OP schwieriger sein, außerdem Gefahr der Inkontinenz.
Kann mir vielleicht jemand Tipps geben?
Auch wenn diese Pension sehr gut ist, auf Dauer würde es zu teuer werden, die Jungs immer auszulagern. Sonst haben wir niemanden, der die Rüden für diese Zeit aufnehmen würde.
Wie sieht es aus mit homöopathischen Mitteln? Bei der Heftigkeit der Reaktion meiner Jungs kann ich mir gar nicht vorstellen, dass außer OP irgendwas helfen könnte.
Mikado ist offline  
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Alt 29.06.2011, 08:49   Halten von Rüden und Hündinnen zusammen Beitrag #2 (permalink)
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Registriert seit: 26.07.2010
Ort: München
Beiträge: 232
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Standard

Hallo Mikado,

also homöopathische Mittel...du sagst es selbst schon...was sollen die gegen die Läufigkeit ausrichten können? Bin da zugegebenermaßen sowieso kein Fan davon.

Du hast Recht damit, dass die Kastration bei Hündinnen ein wesentlich höherer Aufwand ist als die Kastration der Rüden, da die Bauchhöhle eröffnet werden muss. (Kann beim Rüden im Übrigen auch passieren, wenn die Hoden nicht im Hodensack, sondern im Bauchraum liegen; ist aber eher seltener der Fall)
Preislich ist das im Übrigen auch ein sehr großer Unterschied.
Auch mit der Inkontinenz hast du Recht...es KANN passieren, muss aber nicht. Ist aber natürlich mit ein Risikofaktor, den man bedenken sollte.
Um es kurz zu machen: vom Aufwand und Preis her ist die Kastration der Rüden auf jeden Fall empfehlenswerter.
Was das Hormonimplantat bei den Rüden betrifft: wir haben in der Praxis die Erfahrung damit gemacht, dass die von dir genannten Folgeerscheinungen oftmals nur beim Implantat, nicht aber nach einer erfolgten Kastration (natürlich beim gleichen Tier) auftreten.

Was du als Besitzer beachten musst: dass das Tier fett wird, ist üblicherweise der Fehler des Besitzers. Dein Hund hat sowohl nach der Kastration als auch nach der "chemischen Kastration" mittels Implantat einen verringerten Energiebedarf. Die meisten Besitzer füttern aber munter wie gewohnt weiter, so dass es kein Wunder ist, dass die Tiere dick werden.
Aus dem Grund: weniger zu fressen geben oder noch besser: spezielles Futter, das auf kastrierte Tiere ausgelegt ist (gibts z. B. von Royal Canin).

Besprich die Situation und deine Bedenken am besten mit deinem Tierarzt, der kann dir da sicherlich auch mit der Entscheidungsfindung weiterhelfen.

Ich wünsche dir alles Gute
Fluschel ist offline  
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Alt 29.06.2011, 09:19   Halten von Rüden und Hündinnen zusammen Beitrag #3 (permalink)
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Beiträge: 27
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Fluschel, vielen Dank für Deine Antwort!
Also würde doch alles mehr für die Kastration meiner Rüden sprechen. Wie belastend ist diese OP für einen 7jährigen Goldie?
Welche Differenz bei den OP-Kosten gäbe es in etwa?
Dass es einen Unterschied zwischen Implantat und Kastration gibt bzgl. Gewichtszunahme wusste ich nicht.
Meine Hunde werden "bekocht", Pansen, Gemüse, ein paar Nudeln. Alles relativ fettfrei.
Zwischendurch sehr wenig (ein Hundekuchen, ein Dentastix, wenig Leckerlis).
Da könnte ich nur noch die Menge verringern, Trockenfutter kommt für mich nicht in Frage.
Kommt diese Trägheit beim Implantat durch die Hormone oder durch die Gewichtszunahme. Ich fand es ganz schlimm damals, mein Hund war nicht wiederzuerkennen. Wollte nicht mehr so viel laufen, kein Spaß mehr am Spielen usw.
Mikado ist offline  
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Alt 29.06.2011, 09:47   Halten von Rüden und Hündinnen zusammen Beitrag #4 (permalink)
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Hi Mikado,

also ich kann dir die Kosten mal kurz anhand der GOT aufzeigen. Ich nehme jetzt einfach bequemhalber nur den 1fachen Satz, dies soll jetzt nur als Beispiel dienen, wie hoch die Preisdifferenz zwischen Kastration Rüde/Hündin ist!
Hund, männlich: 45,81 Euro
Hund, weiblich: 143,16 Euro

(Es handelt sich NUR um den Preis der Kastration, es ist keine Untersuchung, Nachuntersuchung, keine Medikamente und keine sonstigen Injektionen etc. enthalten!)
Bei uns in der Praxis (wohlgemerkt München...) bezahlst du für die Kastration einer Hündin inkl. allem, sprich Untersuchung, Nachuntersuchung, Fäden ziehen, Kastration, Body, Injektionen, Medikamente, Narkose...) zwischen 300 und 400 Euro, je nach Gewicht des Hundes (-->Dosierung Narkose) und "Schwere" der OP.
Beim Rüden nehmen wir zwischen 80 und 150 Euro.

Wie belastend das für deinen Hund ist, kann dir dein Tierarzt sagen. Er wird vor der Narkose mit Sicherheit eine Allgemeinuntersuchung durchführen und in dem Zug u. A. das Herz abhören und vielleicht auch eine Blutuntersuchung machen. Dadurch kann man das Narkoserisiko einschätzen und demzufolge bestimmen, ob die OP durchgeführt wird oder nicht.

Du könntest auf jeden Fall die Leckerlis entweder kürzen/ganz weglassen oder auf besondere kalorienarme zurückgreifen.
Hier kannst du nachlesen, wieviel Kalorien Leckerlis eigentlich haben, viele Besitzer unterschätzen das nämlich massiv:
http://www.royal-canin.de/hund/gesun...ehn-tipps.html

Ob dein Hund wg der Gewichtszunahme so träge geworden ist, kommt auch darauf an, wieviel er zugenommen hat. Ich kann dir nur aus unserer Praxis berichten, dass wir einige Rüden chemisch mit dem Hormonimplantat (Suprelorin) "behandeln" und diese keine Wesensveränderungen zeigen.
Wir weisen aber auch immer auf die Futterumstellung hin, so dass von Anfang an weniger bzw. kalorienärmer gefüttert wird.

LG

Geändert von Fluschel (29.06.2011 um 09:50 Uhr)
Fluschel ist offline  
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Alt 29.06.2011, 10:15   Halten von Rüden und Hündinnen zusammen Beitrag #5 (permalink)
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Nochmal vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort - toll !
Das Hormonimplantat sollte 6 Monate halten, insgesamt dauerte es aber wohl so ca. 1,5 Jahre.
Er wog am Anfang 42 kg (er ist groß, dieses Gewicht war ok), nach einem halben Jahr 48 kg. Sein Verhalten anderen Rüden gegenüber hat sich gebessert, aber diese Trägheit war schlimm, viel zu lahm.
Du kannst mir sicher auch sagen, wie lange es nach der OP dauert, bis die Jungs wieder richtig fit sind?

Danke und LG Mikado
Mikado ist offline  
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Alt 29.06.2011, 11:23   Halten von Rüden und Hündinnen zusammen Beitrag #6 (permalink)
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Registriert seit: 26.07.2010
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Beiträge: 232
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Puh, das ist wirklich ganz unterschiedlich.

Manche Rüden sind am gleichen Tag schon wieder fit wie ein Turnschuh und die Besitzer haben ihre liebe Mühe damit, die Jungs einigermaßen im Zaum zu halten, so dass die OP Wunde gut verheilen kann.
Andere brauchen zwei, drei Tage bis sie wieder total fit sind.
Das ist wie bei uns Menschen...manche vertragen Narkosen besser und manche stecken die gar nicht gut weg.
Hatten die Jungs schonmal eine Narkose? Anhand derer kann man den "Typ" ganz gut abschätzen.
Wenn nicht: auch nicht schlimm. Man gibt ihnen dann eben einfach ihre Zeit, die sie benötigen um wieder voll aufm Dampfer zu sein

Falls keine Komplikationen auftreten (ständiges Schlecken etc.) dann verheilt die vergleichsweise kleine Wunde innerhalb ein bis zwei Wochen.

Wegen dem Gewicht ist schon ne schwierige Sache...6 Kilo innerhalb einem halben Jahr ist natürlich schon ne ganz schöne Hausnummer. Hat er die mittlerweile eigentlich wieder runter?

Vielleicht können andere TAHs hier noch schreiben, welche Erfahrungen sie in der Praxis mit Suprelorin und Co gemacht haben?!
Und wie gesagt: sprich dich auch unbedingt mit deinem TA ab, der kann dir da am allerbesten weiterhelfen, da er dich und die Tiere kennt.

LG
Fluschel ist offline  
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Alt 29.06.2011, 11:52   Halten von Rüden und Hündinnen zusammen Beitrag #7 (permalink)
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Registriert seit: 14.03.2011
Beiträge: 27
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Ja, das Gewicht meines Rüden hat sich wieder normalisiert.

Habe eben mit einer mir bekannten Tierhomöopathin gesprochen. Sie sagte ehrlich, dass sie mir bei dieser Konstellation nicht helfen kann und riet mir, alle 4 Hunde kastrieren zu lassen. Die Wirkung eines Implantats sagt nichts aus über die Wirkung einer Kastration, kann völlig anders verlaufen.
Die Hündinnen würde sie zeitgleich operieren lassen wg. Gefahr von Tumoren später mal, wo dann sowieso eine OP nötig wäre. Evtl. Inkontinenzprobleme wären dann aber homöopathisch gut zu behandeln . War sehr interessant.

Na prima, 4 Hunde gleichzeitig im OP, dann müssen wir uns eine Woche freinehmen, aber ist vielleicht am praktischsten, weil sie dann ja alle 4 ein bisschen ruhiger und mitgenommen sind.

LG Mikado
Mikado ist offline  
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Alt 29.06.2011, 13:27   Halten von Rüden und Hündinnen zusammen Beitrag #8 (permalink)
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Registriert seit: 04.11.2008
Beiträge: 221
Standard

Zitat:
Zitat von Fluschel Beitrag anzeigen
Aus dem Grund: weniger zu fressen geben oder noch besser: spezielles Futter, das auf kastrierte Tiere ausgelegt ist (gibts z. B. von Royal Canin).


Auf solche Ideen kann auch nur die Industrie kommen.

Ich würde einfach das Tier beobachten, ob es nach der Kastration wirklich zu nimmt. Bei unserer Hündin war das nämlich gar nicht der Fall.
Sie wird auch ernährt bzw. mit hochwertigem Dosenfutter (hoher Fleischanteil).
Leckerlies gibt es auch zwischendurch. Wir haben nichts geändert an der Ernährung und sie ist rank und schlank wie eh und je.
Gipsy ist offline  
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